
Von Marcel Breuer und Hamilton P. Smith wurde im Jahre 1970 das Cleveland Museum of Art erweitert. Kernbau ist ein klassizistisches Gebäude, an das kunstvoll ein Anschluß gesucht wurde. Erst kürzlich wurde eine Sanierung und eine feinfühlige Erweiterung im Osten des Museums abgeschlossen:
"Rafael Viñoly Architects’ design for the new East Wing forms part of an impressive seven year expansion and renovation project aimed at highlighting the original building as a 'jewel' set within a continuous ring of expansion space. The 139,200 sq ft East Wing connects CMA’s original 1916 Beaux-Arts building by local architects Hubbell & Benes and the 1971 addition by Marcel Breuer, creating spectacular new spaces for the presentation and conservation of one of the leading encyclopaedic art collections in the United States." (1)

Eine Staffelung kubischer Bauvolumen, deren Fassaden mit Streifen aus dunklem und hellem Granit umhüllt sind oder große Fensterflächen zeigen, ergänzt den Altbau an der Nordseite. Die beiden neuen Eingänge in das Museum sind sehr unterschiedlich gehalten.

Der östliche Eingang ist so gestaltet, daß sich der Altbau deutlich vom Neubau abhebt. Die gläsernen Bauvolumen des Neubaus haben Brückenbauteile zum Altbau hin. Der Eingang an der Nordseite wurde sehr großzügig gestaltet und mit einem Vordach versehen, das sehr weit vor den gestreiften Neubau ragt. Schulbusse und andere Fahrzeuge können unter diesem Vordach bis ganz nah zum Eingang herangefahren werden.

Die Bauvolumen schieben sich immer etwas weiter in die Rasenfläche vor.

Den Architekten gelang durch einfache Kunstgriffe eine interessante Gliederung der Bauvolumen.

Die horizontalen Bänder aus hellem und dunklem Granit erzeugen einen seltsamen Kontrast zu den Baumgruppen vor den Fassaden des Museums. Durch lange Fensterbänder treten ruhigere Fassadenflächen in Erscheinung.



Fensterbänder oder große Fensterflächen dienen auch dazu, Bäume auf der Glasfläche widerzuspiegeln.






Der westliche Eingang dient Besuchergruppen, die mit dem Schulbus, Taxi oder eigenem PKW anreisen, als Zugang. Die Wegeführung unter der Überdachung ist funktional angelegt. Es kann bis unter das Vordach gefahren werden, damit ausgestiegen werden kann. Die Glasflächen des Eingangs stehen diagonal und passen sich der Kurve der Zufahrt an. Ein Aufzug ist hinter dem Eingang leicht erreichbar.

Der Aufzugsschacht am westlichen Eingang ist ein kleiner Glasturm, der als Überdachung eine horizontale Glasplatte erhielt, die durch eine filigrane Metallkonstruktion unterstützt wurde, um Schneelast tragen zu können.

Am westlichen Ende des Neubaus wurde ein großes Garagengebäude angeschlossen, dessen Fassade zwar auch gestreift ist, dessen Natursteinflächen jedoch insgesamt etwas dunkler und matter wirken. Auch der westliche Teil des Museums hat diese Natursteinflächen erhalten, um es von den übrigen Bauvolumen farbig fein abgestuft etwas abzusetzen.


Der gesamte Neubau steht in einer offenen ebenen Parklandschaft mit weiten Wiesenflächen und malerischen Baumgruppen. An der Westseite fällt das Gelände steil ab. Die Zugänge in das Gebäude weisen zum ebenen Teil des Parkes hin, durch den gekurvte Straßen führen, auf denen genießerisch durch das riesige Kulturareal und Universitätsgelände gefahren werden kann. Skulpturengruppen reichern das Gelände an.

Als Gegenüber des Museums ist in der Ferne der botanische Garten zu entdecken, zu dem unter Bäumen gewandert werden kann.
Zur Zeit entsteht eine erneute Erweiterung des Kunstmuseums. Diesmal wird eines der Bauvolumen aufgestockt. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange.
Karl-Ludwig Diehl
Anmerkung:
(1) zitiert aus: Editorial der WorldArchitectureNews.com. New Wing of Cleveland Museum of Art welcomes its first guests. Wednesday 15 Jul 2009. http://worldarchitecturenews.com/index.php?fuseaction=wanappln.projectview&upload_id=12018




































